Deutschland in der Schuldenfalle - Politiker versprechen neue Wohltaten
Offiziell
sind Bund, Länder und Kommunen derzeit mit über 1,4 Billionen Euro
verschuldet. Der Bund gibt jeden Tag hundert Millionen Euro für Zinsen
aus. Deutschland steckt tief in der Schuldenfalle, rein rechnerisch
entfällt auf jeden der 82 Millionen Deutschen, vom Säugling bis zum
Greis eine Staatsschuld von rund 17.500 Euro. Die Politiker reden über
neue Wohltaten und Ausgaben! Dabei sind die verdeckten Schulden die der
Staat in seinen Sozialkassen aufgetürmt hat, noch nicht hinzu addiert.
Die verdeckten Schulden der deutschen Sozialkassen belaufen sich, je
nach Berechnungsmethode, auf geschätzte 6 – 8 Billionen Euro.
Gleich,
ob Rentenversicherung, Krankenversicherung oder Pflegeversicherung -
überall hat der Staat zusätzlich ungedeckte Leistungszusagen abgegeben.
Die Wissenschaft und die
Mehrheit der Bevölkerung sieht das Land in der Krise. Künftige
Generationen sind bereits heute überschuldet!
Von
den 254 Milliarden Euro des laufenden Bundeshaushalts werden allein 39
Milliarden für Zinsen fällig. Kreditlasten saugen einen immer größeren
Teil der Wirtschaftskraft ab und nehmen der künftigen Generation jeden
Bewegungsspielraum.
Diese Ausgangslage hat 241
Wirtschaftsprofessoren dazu veranlasst, einen dramatischen Appell an
die politisch Verantwortlichen zu richten. Im „Hamburger Appell“ werden
die Politiker aller Parteien aufgefordert, die Lage des Landes nicht
weiter schönzureden, und keine ungedeckten Versprechen abzugeben. Deutschland bald auf Niveau lateinamerikanischer Schuldenstaaten? Bisher
beträgt die Verschuldung Deutschlands schon zwei Drittel der
Jahresproduktion unserer gesamten Volkswirtschaft. Das Münchner
Ifo-Institut, dessen Präsident Prof. Hans-Werner Sinn zu den
Unterzeichnern des Hamburger Appells zählt, hat errechnet, dass bei
gleichbleibender Tendenz Deutschland auf das Niveau einiger
lateinamerikanischer Schuldenstaaten absackt.
Staatsinsolvenz und Volksvermögen - Enteignung der Gläubiger?
Deutsche
Anleger, die Ende der neunziger Jahre in faule argentinische
Staatsanleihen investiert haben, kennen bereits das Horrorszenario
einer Staatsinsolvenz. Fällige Kredite müssen mit gewaltigen
Abschlägen durch "Anschlussfinanzierungen" über neue Staatsschulden
abgelöst werden. Der Staat zwingt seine Gläubiger in dieser Form ihrer
Enteignung zuzustimmen. Staatsverschuldung bedeutet immer ein großes
Risiko
für das Volksvermögen.
Zusammenfassung der 11 Thesen des Hamburger Appells:
- Staatliche Eingriffe in den Wirtschaftskreislauf verhindern Entfaltungsmöglichkeiten.
- Der Staat kann und soll nicht alles steuern. Die
wesentlichen Gründe für Nachfrage entziehen sich seinem unmittelbaren
wirtschaftspolitischen Einfluss und erfordern eher weniger als mehr
staatliche Steuerung.
- Die Löhne müssen runter. Deutschland kann nur noch
in dem Maße ein Hochlohnland bleiben, wie die Arbeitskosten als
Schlüssel zur Überwindung der deutschen Wachstumsschwäche, durch andere
Standortvorteile ausgeglichen werden können.
- Die Ansprüche an die Sozialpolitik müssen sich auf aktivierende staatliche Hilfen beschränken.
- Klassenkämpferische Rhetorik schadet dem deutschen Investitionsklima ebenso wie hohe Arbeitskosten und Steuerlasten.
- Bürger und Unternehmen sehen in der hohen
Staatsverschuldung eine weitaus größere Gefahr als die auf
Legislaturperioden ausgerichtete Politik. Sie werden zunehmend
vorsichtiger bei ihren Kaufentscheidungen, solange die Probleme lediglich auf
künftige Generationen verschoben werden.
- Weitreichende Einschnitte in allen Bereichen der öffentlichen Ausgaben sind zur Konsolidierung der Staatsfinanzen unerlässlich.
- Ansporn zu Fleiß, Wissbegier und
Leistungsorientierung müssen in der Bildung und Ausbildung der
Deutschen zur Stärkung dieser Standortfaktoren einen höheren
Stellenwert erhalten.
- Forschung in Zukunftstechnologien, die zunehmend ins
Ausland verlagert wird, darf nicht weiter durch rigide staatliche
Vorgaben behindert werden.
- Die Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung
Deutschlands aus dem Konkurrenzdruck im europäischen Binnenmarkt und
der sich weiter entfaltenden Globalisierung müssen aktiv genutzt werden.
- Die Diskussion darf nicht einseitig geführt werden.
Produktvielfalt und billige Produkte tragen in einem positiven Umfeld
wesentlich zum Lebensstandard bei.
Die ausführliche Dokumentation des Hamburger Appells finden Sie hier.
Praktische
Leitsätze aus dem Handbuch "Insolvenzprophylaxe für Deutschland" von Dr.
Nicole Munk ergänzen den Hamburger Appell. Das
Wissenschaftsforum für Sanierung und Insolvenzprophylaxe stimmt den
Forderungen des Hamburger Appells zu und unterstützt diesen Beitrag zur
gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Diskussion. Aus der praktischen Arbeit und Forschung von Dr. Nicole Munk auf dem
Gebiet der Sanierung und Insolvenzprophylaxe entstand 2004 unter dem
Arbeitstitel „Handbuch für das Bundeskanzleramt“ das Buch
Insolvenzprophylaxe für Deutschland - Wege zur Sanierung von Staat und
Wirtschaft - Vision eines zweiten deutschen Wirtschaftswunders. Im
Literaturtipp zum Thema "Wirtschaftliche Lage und Wirtschaftspolitik in
Deutschland in der Diskussion" hat der Wissenschaftliche Dienst in der
Bibliothek des Deutschen Bundestages das Buch empfohlen. Das
Wissenschaftsforum stellt im Folgenden einen Auszug von sechsundzwanzig
praktischen Leitsätzen aus dem „Handbuch für das Bundeskanzleramt“ vor.
Diese reihen sich nahtlos an die elf Thesen des Hamburger Appells und
dokumentieren eine praktische Ergänzung und Umsetzungsvorschläge.
Auszug von Leitsätzen zur Wiedergesundung von Staat und Wirtschaft
1. Phänomen Massenverarmung als Ausdruck gesellschaftlicher Gleichgültigkeit in Deutschland
Die
Bundesrepublik Deutschland steht vor einer Massenverarmung des Volkes
und einem dramatischen Abstieg als Industrie- und Technologienation,
weil für die Zukunftsthemen Bildung, Forschung und Entwicklung,
Technologieförderung, Umwelt, Straßen, Wasserstraßen und
Schienenverkehr nicht mehr ausreichendes Investitionskapital zur
Verfügung gestellt werden kann.
Die
deutsche Alterspyramide lenkt über die bestehenden Alters- und
Krankenversicherungssysteme zu viel Kapital in unproduktive, konsumptive Bereiche der Volkswirtschaft.
Deutschland ist unfähig geworden, in Zukunftsmärkte zu investieren. Die
Perspektive für Deutschland war noch nie so dramatisch wie jetzt. Hinzu
kommt eine - überwiegend staatliche - Überregulierung aller
Wirtschafts- und Produktionsbereiche, die leistungshemmend und
zukunftsfeindlich wirkt.
Die
Bekämpfung der Insolvenztendenzen in Staat und Wirtschaft ist eine
unverzichtbare soziale Aufgabe. Der Kampf gegen Arbeitslosigkeit kann nicht von der Bekämpfung der Kapitalverknappung getrennt
werden. Die Kapitalströme müssen wieder in Investitionen und die Qualifizierung der künftigen Generationen gelenkt werden.
2. Sicherheitsdenken statt Pioniergeist bestimmt Lebenswegentscheidungen junger Deutscher
Als
intelligent gilt in Deutschland derjenige, der sich für eine
Beamtenlaufbahn in Staat und Politik entscheidet, möglichst mit einer
Arbeitsplatz- und Verdienstgarantie und einem Pensionsanspruch, der
sich ohne Einsatz eigenen Vermögens aufbaut.
Für klug gilt,
wer die bestehenden sozialen Sicherungssysteme nach Kräften für sich
ausnutzt und mehr sog. Transfereinkommen erzielt, als er jemals in die
Gemeinschaftskasse eingezahlt hat. Wer sich dagegen dafür entscheidet,
freier Unternehmer, Handwerker, Selbständiger zu sein oder als
Arbeitnehmer in der Industrie beschäftigt ist, oder wer sogar danach
strebt, erworbenes Wissen im Ausland zu vermarkten, hat in Deutschland
oft und immer häufiger den falschen Lebensplan für sich aufgestellt:
Die Gefahr des sozialen Abstiegs ist vorprogrammiert, der Wagemutige
trägt die Risiken allein, um den Gewinn - bei Erfolg - dann
„sozialisieren“ zu müssen.
Für Unternehmer wie Selbständige
ergeben sich Einkommen, die mit erheblichen finanziellen
Verpflichtungen gegenüber den kreditfinanzierenden Banken und gegenüber
den eigenen Mitarbeitern korrespondieren. Üppig im Futter steht nur
ein Staats- und Beamtenapparat, der ein Vielfaches an Kosten im
Vergleich zu anderen Industriestaaten verschlingt und unfähig ist, sich
als Wirtschaftsförderer zu begreifen und so zu agieren. Diese
einseitige Lastenverteilung aufgrund des geltenden Sozialrechtssystems
zu ungunsten der Leistungsträger kann nicht mehr so bleiben.
Nur
wenn durch die Gestaltung der wirtschaftlichen und rechtlichen
Rahmenbedingungen ein Leistungsanreiz besteht, sich für das Risiko der
Selbständigkeit und des freien Unternehmertums zu entscheiden, kann die
deutsche Wirtschaft das erforderliche Wirtschaftswachstum generieren.
Jedes Gesetz muss deshalb daraufhin untersucht werden, ob es
Ungleichheiten bei der Arbeitsplatzsicherheit und den Zukunftschancen
zu Lasten der Selbständigen und Unternehmer verschiebt oder - wie
erforderlich - den Status der Selbständigen / Unternehmer stärkt.
3. Sinkende Reallöhne und Realeinkommen sind unausweichbar
Es
wäre zu begrüßen, wenn die Stagnation in der Arbeitsmarktpolitik durch
alternative Modelle überwunden werden könnte. Doch ist dies zugleich
eine politische Kampfansage an die deutschen Gewerkschaften und deren
Versuch, die Illusionen aus den achtziger Jahren in das 21. Jahrhundert
der Globalisierung zu retten.
Keine
Funktionärsgruppe in Deutschland symbolisiert den geistigen Rückschritt
und den Realitätsverlust so sehr wie die deutschen Gewerkschaften: Es
ist das Festhalten an den völlig falschen Ideen der siebziger und der
achtziger Jahre wie z.B. Arbeitszeitverkürzungen (sog. 35-Stunden-Woche)
bei vollem Lohnausgleich oder die Abkoppelung der Lohnsteigerung von der Produktivitätssteigerung,
das es den Gewerkschaften so schwer macht, sich in der globalisierten
Weltwirtschaft zurechtzufinden.
Diese
Realitäten zu erkennen, heißt auch Abschiednehmen von einer Idee des
Sozial- und Wohlfahrtsstaates, wie ihn die politische Linke in
Deutschland immer wieder projiziert hat. Viel zu lange haben
Gewerkschaften im traditionellen sozialistischen Sinne
Arbeitskampfauseinandersetzungen als einen reinen innenpolitischen
Verteilungskampf der Arbeiterklasse gegen das sog. "Kapital" verstanden
und nicht als Verteilungskampf unterschiedlicher Volkswirtschaften um
die Existenz, um die Schaffung oder die Abwanderung von Arbeitsplätzen.
Die Wirklichkeit heute ist der Kampf um die Zuführung neuen, weltweit
verfügbaren Kapitals zur Stabilisierung vorhandener und Schaffung neuer
Arbeitsplätze.
Vor
einem nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung steht - bedauerlicherweise und
objektiv unvermeidbar - ein weiteres Sinken der Reallöhne und
Realeinkommen. Diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten, sondern
notwendiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Gesundung der deutschen
Volkswirtschaft. Diese Phase rückläufiger Reallöhne zeitlich zu begrenzen und in einen Konjunkturaufschwung umzusetzen ist eine
Aufgabe des
Bundeskanzlers. Ebenso ist es seine Aufgabe, die sozialen Folgen dieser
Realeinkommensverluste so erträglich wie möglich zu gestalten. Seine
persönliche Glaubwürdigkeit und seine soziale Kompetenz stehen dabei
auf dem Prüfstand.
4. Reformstau und Modernisierung der deutschen Gewerkschaften
Wenn
die deutsche Volkswirtschaft ihren Platz in der Champions League der
G-8-Staaten verteidigen will, wenn wir also vermeiden wollen, künftig
für andere Volkswirtschaften wie z.B. China nur noch Hilfs- und
Spanndienste zu leisten, müssen die falschen Vorstellungen der
deutschen Gewerkschaften und anderer Verbände, über Wirtschaft,
Arbeitsmarkt, Renten und die Verteilung des Bruttosozialproduktes über
Bord geworfen werden.
Für
das umfassende System der Insolvenzprophylaxe in Staat und Wirtschaft
müssen die deutschen Gewerkschaften mit Sachargumenten gewonnen werden.
Die Bundespolitik kann dazu nur in bescheidenem Umfang beitragen. Es
ist deshalb Aufgabe der Gewerkschaftsmitglieder, ihren
Führungsetagen klar zu machen, dass das Volk keinen
Selbstzerstörungsmechanismus durch ideologische Gewerkschaften will.
5. Dem Irrglauben des angeblich nationalen Verteilungskampfes „Arbeit gegen Kapital“ muss abgeschworen werden.
Die
eingeengte Sichtweise, die das Wirtschaftsleben auf angeblich
ausschließlich nationale Verteilungskämpfe zwischen Arbeitgebern und
Arbeitnehmern um die Aufteilung des Bruttoinlandproduktes verkürzt, hat
lange Zeit von der Erkenntnis abgelenkt, dass ein rohstoffarmes Land
wie die Bundesrepublik Deutschland nur mit überlegener Technologie,
besserer Unternehmensorganisation, härterer Arbeit und mehr Mut bei
unternehmerischen Entscheidungen einen Spitzenplatz innerhalb der
Weltwirtschaft behaupten kann.
Deutschland
muss mit Produkten, Know How, Kapital und Arbeit auf allen wichtigen
Auslandswachstumsmärkten gegenüber der Konkurrenz überproportional
vertreten und schlichtweg besser aufgestellt sein, um stetig ein
Volkseinkommen zu generieren, das den Wohlstand im Lande erhält.
Wir
können uns nicht länger den größten Beamtenapparat der Welt, einen
parlamentarischen Überbau von 16 Landesgesetzgebungskörperschaften mit
mehr als 2.000 Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie eine Staatsquote
jenseits der Schmerzgrenze leisten.
Es
gibt kein Naturgesetz der sozialen Marktwirtschaft, dass Löhne und
Gehälter nur steigen können. Wir haben lernen müssen, dass das
Volkseinkommen erheblich sinken kann, wenn falsche
wirtschaftspolitische Entscheidungen getroffen wurden und es an der
politischen Kraft und Mut zu einer Kurskorrektur oder einer Umkehr fehlt. Diese
grundlegenden Erkenntnisse müssen in Deutschland zum
gesellschaftspolitischen Konsens werden; sie dürfen nicht zum
Gegenstand ständiger gebetsmühlenartiger Diskussionen werden.
Die
deutsche Politik muss lernen, wie Basel I und II die internationale
Geldwirtschaft verändert hat und wie Basel I und II die
Kapitalverkehrsströme lenken und regulieren. Dies sind Regularien, die über Investitionsstandorte und über Arbeitsplätze
mitentscheiden und dadurch unmittelbaren Einfluss auf die
Geldverkehrsströme nehmen. Die deutsche Wirtschaftspolitik hat dieses
sog. „Spezialproblem“ viel zu lange nur auf Banken und die auf
Kreditfinanzierungen angewiesenen Unternehmen bezogen. In Wirklichkeit
handelt es sich um ein Problem der gesamten deutschen Volkswirtschaft.
Wie die Anwendung dieser Richtlinien zu einer weiteren
Verknappung des umlauffähigen Kapitals durch Verknappung der
Kreditvolumina führen wird.
Der
Wohlstand für alle muss immer mehr auf den Märkten im Ausland erkämpft
und verteidigt werden. Hinzu kommen die Auswirkungen von Basel I und
Basel II auf den gesamten Wirtschaftskreislauf. Den Unternehmen darf es
nicht von vornherein unmöglich gemacht werden, dieser Messlatte zu
entsprechen. Dies bedeutet aber auch, dass der Kostenfaktor „Arbeit“ für
jeden Betrieb gesondert zu überprüfen ist. Denn nur wenn sich der
Kostenfaktor „Arbeit“ nicht hemmend auf die Aktivitäten im
Ausland auswirkt, sondern den Kampf um Absatzgebiete und
Marktanteile stärkt, wird die Mehrzahl der Betriebe
Unternehmenskennzahlen und Bilanzen vorlegen können, die den Vorgaben
von Basel I und Basel II entsprechen.
6. Naturgesetze der internationalen Kapitalverkehrsströme sind für die Politik nicht diskutabel.
Viel
zu spät haben Politologen, Soziologen und Ökonomen in Deutschland die
Lektion begriffen, dass es noch Gesetze über dem Sozialstaatsprinzip
des Art. 20 GG gibt: Die Naturgesetze über die Funktionen der
internationalen Kapitalverkehrsströme und des weltweiten Geldmarktes
sowie die Wirtschaftsregeln der Globalisierung.
Diese
Regeln sind letztendlich einfach und für jedermann zu begreifen: Für
Zukunftsinvestitionen bedarf es Kapital. Das Kapital sucht sich
innerhalb der Weltwirtschaft den Weg zur höchsten Sicherheit gegen
direkte oder schleichende Enteignung und zur höchsten Rendite.
Die
deutschen arbeits-, steuer- und
gesellschaftsrechtlichen Prinzipien dürfen sich nicht als Hemmschuh für
die Ansiedlung ausländischer Unternehmen und ausländischen Kapitals
auswirken. Deutschland muss sich wieder als Gastgeberland für
ausländische Investitionen präsentieren. Deutschland muss kompetente
Stabstellen für Auslandsinvestitionen in den Ministerien für Wirtschaft
und Finanzen installieren. Außerdem müssen in allen wichtigen
Partnerländern Deutschlands besondere Anlaufstellen für kapitalintensive
Investitionen geschaffen werden, die für den Wirtschaftsstandort
Deutschland werben.
7. Der Aufbau eines Systemschutzes bei den gesetzlichen Krankenversicherungen gegen deliktische Ausplünderung.
Millionen
von Privat- und Unternehmerhaushalten sind überschuldet. Fast der
gesamte Wohlstand Deutschlands beruht auf Bankkrediten: Das eigene
Haus, der PKW, die Wohnzimmereinrichtung, der Urlaub. Einen wesentlichen
und dauerhaften Rückgang des Volkseinkommens wird deshalb wirtschaftlich
niemand überleben: Die Banken nicht, die immer mehr risikobehaftete
Kredite in ihren Büchern mitschleppen; die Unternehmen nicht, deren
ohnehin zu geringe Eigenkapitalquoten noch weiter sinken wird; und
auch nicht die Bürger, die die Verluste aus den Werteinbrüchen bei
Immobilien und Aktien nicht mehr durch eine höhere Sparquote
ausgleichen können.
Vom
Wachstum oder jedenfalls gleich bleibenden Einkommen hängt in
Deutschland alles ab. Es gibt nahezu kein System und keine Institution,
die ohne Wachstum auf Dauer lebensfähig wäre. Deshalb kommt der
Insolvenzprophylaxe eine immer größere Bedeutung bei der Stabilisierung
staatlicher und privater Wirtschaftsstrukturen zu.
Deutschlands
Steuerexperten müssen ein Steuergesetzbuch erarbeiten, das eine
ähnliche Kodifikationsleistung wie das Bürgerliche Gesetzbuch
darstellt. Durch derartige Vereinfachungsvorgänge werden neue
Wachstumsschübe erst ermöglicht. Wirtschaftspolitik und
Politikwissenschaft müssen praktische Entscheidungsvorschläge für die
Umsetzung einer solchen Kodifikation erarbeiten. Deutschlands
Universitäten sind aufgefordert, in einen nationalen Wettbewerb um die
besten Lösungen zu treten.
Die
bisher diskutierten Ansätze zu einer großen Steuerreform gehen immer
noch nicht tief und weit genug. Denn die bisherigen Entscheidungen / Vorschläge sich
für eine substantielle Absenkung des Höchststeuersatzes und für die
Begrenzung der Steuerklassen wurde nicht aus ökonomischer Überzeugung
gefällt, sondern gehorcht dem Gebot der Not: Trotz derzeitigen Höchststeuersätzen
bei der Einkommens- und Körperschaftsteuer sind die Einnahmen des
Staates drastisch rückläufig: Einerseits deshalb, weil die Unternehmen
keine oder kaum mehr in Deutschland zu versteuernde Gewinne erzielen,
andererseits deshalb, weil die Steuerpflichtigen leider - zum Schaden
der gesamten Volkswirtschaft - in Steuersparmodelle - von der
Immobilie in den neuen Bundesländern, Windkrafträder und Beteiligungen an Film-Abschreibungsgesellschaften – investieren. Dieser
ökonomische "Steuerspar"-Unsinn wird aber nur dann aufhören, wenn die
Kaufanreize dazu fehlen oder jedenfalls schwächer werden. Dies kann nur
mit einer allgemeinen Absenkung des Steuersatzes erreicht werden. Die
Bundesregierung wird die für das Gelingen der Reformen erforderliche
breite Zustimmung des Volkes nur dann erkämpfen können, wenn die
Definition darüber, was mittlere, hohe und Spitzeneinkommen
sind, mit der Realität übereinstimmt.
8.
Den Kampf gegen den dauerhaften Rückgang der Reallöhne müssen
Wirtschaftspolitik und Politikwissenschaft für das Volk gewinnen.
In
der öffentlichen Diskussion um die erforderliche Sanierung der
deutschen Krankenversicherungssysteme wurde ein Themenkomplex mit
Bedacht stets verschwiegen: Die vorsätzliche und arglistige
Ausplünderung des Krankenkassensystems durch Profis, die von den
Krankenkassen und der privaten Krankenversicherung seit Jahrzehnten gut
leben.
Die
Geldgier der professionellen Plünderer übersteigt oftmals die
Vorstellungskraft der Landeskriminalämter und der Staatsanwaltschaften.
Im Klartext sind die Hauptursachen der sog. Kostenexplosion im
Gesundheitswesen neben den „blaumachenden“ Patienten bei Pharmafirmen
bei Chefärzten, Ärzten und Apothekern zu suchen, von denen viele bereits wegen
Betruges verurteilt wurden.
Der
Sumpf aus Manipulation und Abrechnungsbetrug, der jährlich zwischen 20
und 30 Milliarden € an Versichertengeldern im Gesundheitssystem
verschlingt, stellt das gesamte Abrechnungssystem in Frage: Wenn in der
Bundesrepublik Deutschland mehr Geld für manipulierte Rechnungen im
Gesundheitswesen ausgegeben werden, als die gesamte Unterhaltung und
der Neubau von Autobahnen, Straßen, Wegen und Wasserstraßen kostet,
muss dann nicht dringend über geeignete Instrumente zur Bekämpfung
einer derartigen Massenkriminalität nachgedacht werden?
Offenkundig
sind diejenigen berufsständigen Gruppen und Interessenvertretungen, die
von diesen Manipulationen unmittelbar und mittelbar begünstigt werden,
in ihrer Lobbyistenarbeit so erfolgreich, dass die dringend
erforderlichen Gesetzesänderungen immer wieder aufs Neue verhindert
werden können.
Die
Bundesregierung muss die Strukturen der „Vermachtung“ im
Gesundheitswesen aufbrechen und Maßnahmegesetze zum Schutz der
Krankenversicherungen vorbereiten, die systematischen Abrechnungsbetrug
unmöglich machen. So können die für einen Wirtschaftsaufschwung
erforderlichen Kapitalsummen aufgebracht werden. Denn die hiermit
bewirkte Entlastung würde die Investitionen und den Konsum in der
deutschen Wirtschaft gleichermaßen anschieben.
9. Der Abbau des Subventionsmolochs als politische Herausforderung für Unerschrockene.
Es
ist trotz der im Grundgesetz verankerten allgemeinen
Informationsfreiheit (Artikel 5 GG) schwierig, in Deutschland exakt
nachzuvollziehen, wie hoch die Branchensubventionen sind, die aus der
Kasse des Bundesfinanzministers an diverse Industrie- und
Dienstleistungssparten bezahlt werden.
Bund
und Länder betreiben ein riesiges Umverteilungssystem, das eindeutig
zum Nachteil des deutschen Mittelstandes ausschlägt und die
Großindustrie systematisch bevorzugt. Gut organisierte Unternehmen,
Verbände und Gewerkschaften üben Druck auf die Bundesregierung und die
Landesregierungen aus, um die Subventionsquellen nicht versiegen zu
lassen.
Die
unmittelbaren volkswirtschaftlichen Auswirkungen eines derartigen
Subventionssystems sind klar: An sich gesunde Betriebe müssen
wirtschaftliche und finanzielle Lasten für fußkranke Unternehmen
mittragen und geraten oftmals selbst, über das Zwischenstadium der Liquiditätsschwäche, in
die Insolvenzgefahr. Am Ende steht in vielen Fällen
die gescheiterte Sanierung.
Die
Subventionen müssen abgeschafft oder zumindest drastisch gekürzt werden
und die frei werdenden Kapitalsummen in sinnvolle Zukunftsinvestitionen
fließen. Um einen politischen Konsens in Deutschland zu ermöglichen, wird es erforderlich sein, bei allen
Subventionen gleichmäßig zu kürzen. Wichtig ist, dass endlich mit dem
Subventionsabbau begonnen wird.
10.
Stärkung des Leistungsprinzips und des Prinzips der unmittelbaren
Verantwortung.
Der deutsche Versorgungsstaat - Moderner Wahn.
Den
Versorgungsstaat nannte Ludwig Erhard einen „modernen Wahn“. Die
soziale Marktwirtschaft kann nicht gedeihen, wenn die ihr zugrunde
liegende geistige Haltung, d.h. die Bereitschaft, für das eigene
Schicksal Verantwortung zu tragen, und aus dem Streben nach
Leistungssteigerung, an einem ehrlichen freien Wettbewerb teilzunehmen,
durch vermeintliche soziale Maßnahmen auf benachbarten Gebieten zum
Absterben verurteilt wird.
Inzwischen
musste jeder deutsche Politiker lernen, dass die Erkenntnisse Ludwig
Erhards im Jahre 2005 noch mehr als im Jahre 1957 gelten. Die
kollektiven
staatlichen Umverteilungsverfahren haben dem Volk einen sozialen
Sicherheitsstandard tatsächlich nur vorgetäuscht. In Wirklichkeit kann
kein Volk einen höheren sozialen Sicherheitsstandard haben, als es sich
an den Weltmärkten verdient und erkämpft.
Ein
weiterer Lehrsatz Ludwig Erhards hat sich bedauerlicher Weise auch
verwirklicht: Staatliche Umverteilungsverfahren und die damit
verbundene Aufblähung der Staatshaushalte können zu der größten
sozialen Ungerechtigkeit führen, wie sie die
wirtschaftlichen Grundlagen des Volkes zerstören.
Heute
wissen wir, dass die Alters- und Krankenversicherungssysteme in
Deutschland von Grund auf marode, existenzgefährdet und nicht mehr
leistungsfähig sind. Wenn die Wiedergesundung dieser Systeme nicht
gelingt, verliert das Volk seine Lebenssparleistung auf allen Ebenen: Ohne geeignete Gegenmaßnahmen rückt die Insolvenz der
Rentenversorgungsträger, der Krankenkassen, der Banken, Lebensversicherungen und der Betriebsrentensysteme immer näher.
Der
deutsche Sozial- und Wohlfahrtsstaat ist zu einem betrügerischen
Schneeballsystem entartet, das seinen Zwangsmitgliedern unter
der Vortäuschung einer angeblichen Staatswohlfahrt Vermögen entzieht
und Liquidität zerstört.
Die
staatlichen und privaten Vermögenssammelstellen befinden sich in der
Endphase, der im Zusammenbruch münden wird, weil die Gesetzmäßigkeiten
jedes Schneeballsystems auch hier gelten: Die Täuschung der
Altmitglieder funktioniert ab dem Zeitpunkt nicht mehr, wenn zu wenig
Neumitglieder zu wenig Beitragsaufkommen generieren, welches
erforderlich
ist, um die laufenden Auszahlungen an die Altmitglieder zu erbringen.
Grundlage der Täuschung ist die nur imaginär vorhandene Deckungsreserve.
Der
deutsche Sozial- und Versorgungsstaat muss so umgestaltet werden, dass
in allen Bereichen des kollektiven Sparens oder Zwangssparens das
Deckungsstockprinzip an die Stelle eines Einnahmen- und Ausgabensystems
tritt. Die Deckungsstöcke müssen in Zeiten wachsender
Wirtschaftsleistung angespart werden und gehen in ihren zeitlichen
Dimensionen weit über eine Legislaturperiode hinaus. Die
Einführung des Deckungsstockprinzips kann aber nicht bis zu der
ersehnten nächsten Hochkonjunkturphase hinausgeschoben werden. Deshalb
müssen die für den Aufbau von Deckungsstocksystemen erforderlichen Kapitalsummen durch eine radikale Begrenzung der konsumtiven
Staatsausgaben und eine Reduzierung der effektiven Steuerlast
aufgebracht werden. Hierdurch frei werdende finanzielle Mittel müssen
im Wege einer besonderen Zweckbindung für den Aufbau
deckungsstockgestützter Versorgungssysteme genutzt werden.
11. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
Die
DDR war bankrott und ihre Wirtschaft am Ende. Regierung und
Staatsapparat lösten sich auf, weil das Volk nur noch eines wollte: Die
D-Mark.
Politiker
der Bundesrepublik Deutschland glauben, dass dies ein einmaliger, nicht
wiederholbarer Vorgang in der Geschichte sei, aber sie irren: Auch die
Bundesrepublik Deutschland kann bankrott gehen. Nur wird dann niemand
bereitstehen, unsere Schulden zu übernehmen und es wird auch
niemanden geben, der eine derartige Schuldenlast auch nur annähernd für
uns tragen könnte. Diese Schulden müssen wir selbst abbauen, d.h.:
Abarbeiten. Wir müssen uns von der Illusion befreien, als könne
dieser Schuldenberg mit einigen kleineren Kurskorrekturen abgebaut
werden.
Die
Aufgabe der Sanierung des Staatshaushaltes dient der Sicherung der
nationalen Identität und Souveränität unseres Staates. Mit den
künftigen und Jahrzehnte langen Anstrengungen zum Abbau der
Schuldenlast muss jetzt begonnen werden.
12. Die schleichende Ausbreitung planwirtschaftlicher Entscheidungsprozesse in der deutschen Wirtschaft muss gestoppt werden.
Die
Marktwirtschaft ist zum ideologischen Überbau der deutschen
Volkswirtschaft verkommen, unter dem immer mehr Funktionäre und
Politiker planwirtschaftliche Systeme betreiben und die Staatsquote
unangefochten auf höchstem Niveau halten, ohne überhaupt die
wirtschaftlichen und finanziellen Grundlagen ihres Geschäftsbereiches
zu kennen.
Der
Staat reglementiert z.B. aus welchen Energiequellen wie viel Strom
erzeugt werden kann und darf und was dieser Strom zu kosten hat. Fast
alle Preise sind staatlich vorgegeben, staatlich genehmigt und
staatlich beeinflusst. Über die Mineralölsteuer bestimmt der Staat die
Energiepreise und finanziert die Zuschüsse zur staatlichen
Altersversorgung, die ohne diese Subvention morgen zusammenbrechen
würde.
Die
höchsten Benzinpreise und das schlechteste Straßennetz, die
bestbezahlten Lehrer mit den höchsten Alterspensionen und das
schlechteste Schulsystem unter den Industriestaaten, die Liste der
Sparten und Bereiche ließe sich beliebig verlängern. Es
kann deshalb nicht verwundern, wenn es in Deutschland immer weniger
Arbeitsplätze gibt und unsere Nachbarn nicht mehr so recht wissen, ob
sie sich über den Niedergang der einstigen Wirtschaftsvormachtstellung
Deutschlands freuen sollen oder ob nicht. Es dürfte Grund zur Besorgnis
bestehen, weil der abgewürgte Wirtschaftsmotor Deutschland die ihm
zugedachte Lokomotivfunktion in der EU-Wirtschaft nicht mehr
erfüllen kann und die europäische Volkswirtschaft insgesamt nach unten
zieht.
Zwingend
ist der Abbau jedes staatlichen Dirigismus in Bereichen, die nicht
unmittelbare öffentliche Gefahrenabwehr darstellen und die in privaten
Organisationsformen am besten gelöst werden können.
13. Die politische Emanzipation des Volkes aus dem Korsett des Verbändestaates ist erforderlich.
Immer
deutlicher zeigt sich der kontradiktorische Widerspruch zwischen der
Sichtweise der Lobbyisten, Gewerkschaften, Funktionäre auf der einen
und des Volkes Verständnis auf der anderen Seite. Das deutsche Volk hat
längst begriffen, dass die Versprechungen der Politiker und Funktionäre nicht haltbar sind.
Die
wenigsten Deutschen werden Ludwig Erhards "Wohlstand für Alle" gelesen
haben, aber die Quintessenz der Aussagen Ludwig Erhards hat das Volk
mit Herz und Verstand aufgenommen und die Rückbesinnung auf die alten
Tugenden, auf das Maßhalten, die Sparsamkeit und den Leistungswillen
hat bei dem "Mann auf der Straße" bereits stattgefunden.
Der
Unmut über die Regierenden, über alle Parteien und Fraktionen wächst.
Das Volk will und wird es nicht hinnehmen, dass eine Kaste von
Funktionären, Unternehmensführern und Politikern in Deutschland, die
die Sorge um den Arbeitsplatz am eigenen Leibe noch nie zu spüren
hatte, aus Angst um die eigene Existenzberechtigung als
Reformblockierer wirkt und dem Volk damit dessen Lebensgrundlage entzieht.
Die
Bundesrepublik Deutschland muss sich auf politischer Ebene, weg von der
Verbändedemokratie zu einer offenen Demokratie entwickeln. Die Macht
der Verbände ist erheblich zu reduzieren und es muss dafür Sorge
getragen werden, dass anderen gesellschaftlichen Gruppierungen mehr
Einfluss auf die Gesetzgebung gewährt wird.
14.
Mit Kreativität und Fachkompetenz werden neue Wege aus der Krise
gefunden - Reformagenda muss zur neuen Magna Charta der sozialen
Marktwirtschaft ausgebaut werden
Bundes-
und Landespolitik in Deutschland sind mehr denn je aufgefordert,
den eigenen Mangel an Kreativität und Effektivität zu erkennen.
Erforderlich sind
die konsequente Weiterentwicklung der schon in der AGENDA 2010
angerissenen Reformschritte und eine Unterstützung der Regierung auf
allen Ebenen und durch alle gesellschaftlichen Kräfte. Könnte die
deutsche Bundesregierung so reformfreudig sein wie das Volk, wäre in
Staat und Wirtschaft das Fundament für eine wirkungsvolle
Insolvenzprophylaxe gelegt.
Im
Mittelpunkt des Reformwerks muss der Schutz des Kapitals stehen, insbesondere das Vermögen der Bürger gegen jede Form der
wirtschaftlichen direkten oder indirekten Enteignung. Ebenso, wie die wirtschaftliche Lebensfähigkeit von Unternehmen und
Betrieben bei jedem Gesetzgebungsvorhaben des Bundes oder der Länder
und bei jeder Verwaltungsentscheidung vorrangig bedacht werden muss.
Die Reformagenda muss zur neuen Magna Charta der sozialen
Marktwirtschaft ausgebaut werden. Wie treffend in der Festschrift zum
100. Geburtstag von Ludwig Erhard nachzulesen ist, war die
Einführung der sozialen Marktwirtschaft eine der wenigen glücklichen
Weichenstellungen in der jüngeren Geschichte.
15.
Die Insolvenzenwelle in Staat und Wirtschaft kann nur durch eine
umfassende Privatisierung aller staatlichen Unternehmen und durch ein
weit vernetztes Frühwarnsystem in den Unternehmen wirksam bekämpft
werden. Vorfahrt für Arbeit und freies Unternehmertum.
Die
Privatisierung aller staatlichen Unternehmensbeteiligungen - sei es auf
Bundes-, Landes- oder Kommunalebene - ist die einzige wirkungsvolle
Antwort auf die Überschuldung der öffentlichen Haushalte und die
Insolvenzenwelle in der Privatwirtschaft.
Die
Veräußerung von Staatsbeteiligungen an Unternehmer, die sich mit
Leistungswille und Fachkompetenz dem Wettbewerb stellen, ohne
staatliche Subventionen haushalten und arbeiten und die mit
Fachkompetenz und einer 70-Stunden Woche ihre Aufgabe ausfüllen, muss
der öffentlichen Wirtschaft zwangsläufig überlegen sein.
Die
Privatisierung wird auf einer nachgeordneten Ebene zu einer erheblichen
Einsparung von Kapital in den Staatshaushalten führen. Untersuchungen
haben gezeigt, dass die Bundesrepublik Deutschland – Bund / Länder /
Gemeinden - nicht mehr in der Lage ist, die Kapitalsummen für
Zukunftsinvestitionen aufzubringen, die erforderlich sind, um die
Entwicklungschancen im weltweiten Wettbewerb der Volkswirtschaften
zu wahren.
Weiter
führt eine Privatisierung der Staatsunternehmen und Staatsbeteiligungen
zu einem Abbau von Defiziten, weil die Mehrzahl der Staatsbetriebe
Kostgänger der Staatshaushalte sind. Werden die Unternehmen und
Betriebe dagegen privatisiert, sind die Staatshaushalte gegen eine
zusätzliche Inanspruchnahme weitgehend geschützt. Die
Privatisierung unrentabler Staatsunternehmen, insbesondere von
Kommunalunternehmen, muss verstärkt betrieben werden, um auf diesen Ebenen schnell und sicher zu beenden.
16. Grundsätze und Verfahrensmethoden bei der Privatisierung von Staatsunternehmen und -beteiligungen.
Untersuchungen
im Zusammenhang mit der Recherche für das Buch "Insolvenzprophylaxe für
Deutschland" haben gezeigt, dass die Bundesrepublik Deutschland,
insbesondere vertreten durch das Bundesfinanzministerium, die
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als „Verschiebebahnhof“ für eine
in den jeweiligen Bundeshaushalten nicht ausgewiesene weitere
Nettokreditverschuldung missbraucht.
Die
Liste der KfW Aufsichtsräte und Vorstände zeigt, dass die Kreditanstalt
für Wiederaufbau zunehmend wie eine unselbständige Unterabteilung des
Bundesfinanzministeriums funktioniert.
Auch
die Konzernpolitik der KfW muss auf Bedenken stoßen. Durch den Aufbau
von Tochtergesellschaften wurden unübersehbare Risiken geschaffen, die
faktisch überhaupt keiner Kontrolle unterliegen. Die KfW International
Finance Inc. mit Sitz in den USA soll angeblich eine breitere Basis für
internationale Beteiligungen schaffen. In Wahrheit kommen diese
Geschäfte weder dem deutschen Mittelstand noch der deutschen Wirtschaft
zugute.
Die
IKB Deutsche Industriebank AG gehört zu 34,1 % der KfW. Das
Kerngeschäft ist das langfristige Kreditgeschäft für Mittelständler.
Betrachtet man die Lage des deutschen Mittelstands, so stellt sich die
Frage, wie erfolgreich oder erfolglos die Politik einer Förderung des
deutschen Mittelstandes wirklich war / ist. Sodann ist noch die dena –
Deutsche Energie-Agentur GmbH zu erwähnen, an der die KfW mit 50 %
beteiligt ist. Sie soll eine rationelle und umweltschonende
Energieerzeugung und –nutzung ermöglichen oder unterstützen.
Auch das Beispiel KfW macht die Notwendigkeit einer Kultur der Transparenz deutlich.
Künftigen
Generationen muss erspart werden, für Leistungen im Bereich der sog.
Daseinsvorsorge regelmäßig zwei Mal zahlen zu müssen: Erstens über
Gebühren und Abgaben und zweitens durch die allgemeinen Steuern, um die
staatlichen Zuschüsse zu den unrentablen öffentlichen Betrieben. Durch
Transparenz bei den Privatisierungsprozessen ist eine Stärkung des
marktwirtschaftlichen Prinzips zu schaffen. Weiter sind der Aufbau, die
Funktionsweise und die Ausrichtung von Förderprojekten der KfW neu zu
definieren.
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